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Angedacht - Schnäppchenjagd

29. November 2019 12:00 von Manuel Bendig | Kategorie: NRW, Jugend, Bayern

Foto: Free-Photos, pixabay.com

Gedanken zum Black Friday

Seit einigen Tagen, genauer gesagt, seit sie den Prospekt mit den supergünstigen Schnäppchen eines Discounters in den Händen hielt, stieg die Spannung unaufhaltsam. Die vergangene Nacht war wieder durch einen unruhigen Schlaf geprägt. Heute ist es nun soweit. Doch im Hintergrund droht die ganze Zeit die eine Befürchtung.

Stell dir vor es ist Black Friday und der Artikel deiner Träume ist ausverkauft.

Auf den Alarm in ihrem Smartphone war Verlaß. Die morgendliche Körperpflege wird um ein paar Stunden verschoben. Alles ist auf diesen einen Moment fokussiert: rechtzeitig vor den Türen des Diskounters stehen. Sie hat es geschafft. Der zweite Platz in der inzwischen endlos scheinenden Menschenschlange ermöglicht ihr eine sehr gute Ausgangslage.

In welchem Gang wird wohl der Artikel ihrer Träume zu dem unschlagbaren Preis zu finden sein? Wie kommt sie dort am schnellsten hin? Wird sie es auch noch schaffen, die richtige Farbe zu ergattern?

Gelassenen Schrittes nähert sich der Filialleiter. Die Spannung steigt, die Nerven liegen blank. Während die Schnäppchenjäger am Ende der ewig langen Schlange noch darum kämpfen, eine Lücke für einen günstigeren Platz zu finden, atmen die Kunden in der Pole-Position noch einmal kräftig durch. Dann öffnet sich die Tür.

Mit einem unaufhaltsamen Gedränge, Geschiebe und Gezerre rennen die Kunden durch die Regale.
Kurze Zeit später begeben sich die Massen in ihrem Siegestaumel in Richtung Kasse, um ihren ‚Deal es Jahres‘ rechtswirksam abzuschließen.
Vor mir liegt meine Bibel. Aufgeschlagen ist das Johannesevangelium, dort das 3. Kapitel. Man könnte das Angebot im Vers 36, als eine Art  Schnäppchen ansehen. „Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben.“

Das was hier in einem lapidaren Satz steht, ist das ultimativste Angebot  aller Zeiten. Es ist Gottes Angebot für uns. Es ist nicht als Black Friday-Deal ausgelobt. Es wird auch nicht in begrenzter Auflage, einem ausgewählten Kundenkreis angeboten. Jesu hat es mit seinem Tod für jeden als allgemein gültig besiegelt.

Wenn Menschen für einen Fernseher, einen Grill oder ein ‚Telefon‘… stundenlang anstehen, um auf jeden Fall das Objekt der Begehrlichkeit zu bekommen, bleibt für mich die Frage übrig, wie wichtig mir das Angebot Gottes ist. Welchen Stellenwert besitzt es in meiner Wunschliste? Was bin ich bereit, dafür einzusetzen, um es zu erhalten?…

Eine gesegnete Zeit!
 

Manuel Bendig

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