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Angedacht - "Schnipp, schnipp!"

18. Januar 2019 11:30 von Manuel Bendig | Kategorie: NRW

Foto: Manuel Bendig

Gedanken über den Nachfolge-Alltag

Es sind die Dinge, die mir ans Herz wachsen, die ich eigentlich nicht benötigt, die meine Aufgaben im täglichen Leben aber einfacher und häufig viel genauer und besser verrichten.

So verhält es sich mit der Schneidemaschine, dieser metallenen, nicht mehr weg zu denkende Konstruktion, die mit einem scharfen Messer Papier und Pappe gerade und mit einem sauberen Schnitt schneidet.

Je nach Ausführung und Qualität lassen sich gleichzeitig mehrere Bogen zerschneiden.

Legt man das Papier an die Anlegekannte, gelingt der Schnitt millimetergenau und rechtwinklig. Die DIN Ax Maßeinheiten, die auf der Arbeitsplatte vorgegeben sind, ermöglichen mir eine schnelle und unkomplizierte Umsetzung meiner Vorgaben.

Eine DIN A4 Seite ist mit dieser Maschine ruck zuck in vier DIN A6 Zettel mit sauberen Schnittkanten zerteilt.

Kürzlich bemerkte ich, wie ich beim Schneiden von Handzetteln bei jedem Schnitt „schnipp, schnipp“ vor mich hin brabbelte. Auf den Gedanken, was ich hier eigentlich von mir gebe, folgte die amüsierte Feststellung, dass dies ja nicht ganz so schlimm sei, schließlich war ich allein.

Wenn ich heute darüber nachdenke, dann fällt mir auf, dass dieses Schnippgebrabbel ein Grund hatte. Ich musste mehrere hundert Zettel schneiden. Jedes Schnipp brachte mich meinem Ziel wieder ein Stück näher und mündete beim letzten Schnitt in ein „Tschakka!“

Mit der Schneidemaschine teile ich nicht nur Blätter. Bei Fotos  schneide ich z.B. störende Ränder ab, beschneide sie auf die in den Bilderrahmen passende Größe.

In der Nachfolge Jesu kommt es mir manchmal auch so vor, dass da Dinge in meinem Leben beschnitten werden (müssen), damit es passt.

Wie schön wäre es, wenn es mir zukünftig gelänge, immer dann, wenn ich den Eindruck habe, dass mir durch Regeln oder Einsichten etwas genommen wird, an das „Schnipp, Schnipp!“ zu denken.

Etwas abzustellen, zu verändern oder aufzugeben kann sich so vom  Gedanken des Verlust zu einer zielgerichteten Gewissheit eines „Tschakka!“ entwickeln.

Die Bibel bezeichnet diese Veränderung Heiligung. (z.B. 1. Kor 1,30)

Eine gesegnete Zeit!

Manuel Bendig

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