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Angedacht - Wildwiese

03. August 2018 13:45 von Manuel Bendig | Kategorie: NRW

Foto: mvp - unsplah.com

Von unserer ‚Wahrheit’ und der Realität

Im letzten Frühjahr wurde auf einem alten Friedhof eine Wildwiese angelegt. Die Stadt hat sich das einiges kosten lassen. In der Presse wird nun vier Monate später von der neusten Entwicklung berichtet. Die Wiese wurde durch die Stadt abgemäht.

Die entrüsteten Bürgen verstehen die Welt nicht mehr. Hat man die Wiese nicht extra angelegt, um dem Insektensterben entgegenzusteuern? Hat man nicht extra relativ viel Geld in die Hand genommen, um der Natur und damit dem auch dem Bürger ein Stück Lebensqualität zu gverleihen?

Nach all dem verständlichen Ärger wurden die Verantwortlichen der Stadt ungeduldig um eine Erklärung gebeten.

Wer auf eine Entschuldigung eines zerknirschten Beamten hoffte, der erhielt eher eine fachlich und kompetent Nachhilfestunde in Sachen Gartenbau.

Die Wildwiese ist entgegen aller Befürchtungen nicht einfach entfernt worden. Im Gegenteil. Der Wiese wurde mit einem sogenannten Schröpfschnitt geholfen, die unerwünschten Beikräuter zurückzudrängen. Diese Maßnahme müsste für einen erfolgreichen Wuchs im ersten Jahr der Ansaat bis zu drei Mal erfolgen.

Aufatmend muss ich gestehen, dass ich mich ziemlich oft ganz dicht bei denen stehend fühle, die sich über einen vermeintlichen Missstand ärgern, ihr Unverständnis durchaus deutlich äußern?

Wie oft muss ich feststellen, dass meine Idee, wie etwas abgelaufen sein müsste, ganz und gar nicht der Realität entsprach?

Nachdem sich die Situationen manchmal erst viel später erklären, fällt mir wieder mal das Wörtchen „Hätte“ ein.

Es gibt so viele Gelegenheiten, wo ich doch erst einmal hätte nach- bzw. hinterfragen sollen, bevor ich mich und meine so einseitige Sichtweise lauthals von mir gebe.

Wenn wir uns das Leben Jesus ansehen, wird uns unmissverständlich klar, dass nur einer die ganze Wahrheit kennt, Gott! Das bedeutet, dass unsere ‚Wahrheit’ nur selten der Realität entspricht.

In diesem Sinne wünsche ich uns eine gesegnete Zeit, in der wir den Dingen des Lebens wieder mehr auf den Grund gehen, ehe wir sie kommentieren.


Manuel Bendig

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