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Angedacht - Auf der Durchreise

12. Mai 2017 11:45 von Manuel Bendig | Kategorie: Hansa, NIB, BW, NRW, Jugend, MRV

Foto: Instinkknipser - pixelio.de

Von der Balance im Reich Gottes

Der polnische Rabbi Hofetz Chaim bekam eines Tages Besuch. Der Besucher bemerkte sogleich, dass die Wohnung des Rabbi nur aus einem einzigen Zimmer bestand. Dort gab es nur Bücher, einen Tisch und eine Bank. Verwundert fragte der Besucher: „Rabbi, wo haben Sie Ihre Möbel?“ „Wo haben Sie Ihre?“ erwiderte der Rabbi. „Meine?“ fragte der Besucher erstaunt. „Ich bin doch nur zu Besuch. Ich bin auf der Durchreise.“ „Ich auch“, sagte Hofetz Chaim.

Eine nette kleine Geschichte. Auf den ersten Blick jedenfalls. Sehe ich mich um, dann spricht die (meine) Realität eine deutlich andere Sprache!

Wir haben uns ganz gut eingerichtet. Sind bis unter die Zähne ‚bewaffnet’, mit Wohlfühlarrangements, Ab- und Versicherungen aller Couleur für so gut wie alle Lebenslagen.

Dies ist lediglich eine Feststellung, keine Schelte für den verantwortungsbewussten Nachfolger. Sie soll auch nicht als Aufforderung zu einem spartanischen Lebensstil verstanden werden.

Dem Nachfolger Jesu, so mahnt diese kleine Anekdote, tut es ab und zu ganz gut, darüber nachzudenken, wohin seine Lebensreise geht. Wie er/sie sich im Hier und Jetzt einrichtet. „Glaubt an Gott und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. ... Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten“? Dann, so sagt Jesu, „komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.“(Joh. 14)

Dabei geht es im Reich Gottes, wie so oft im Leben, um die Balance. Die Balance zwischen dem Leben im Reich Gottes heute und der Erwartung dessen, was die Bibel uns auf vielfältige Art immer wieder verheißt, dem Reich Gottes in der Zukunft.

Aus der Balance geraten wir dann, wenn wir uns in der Gegenwart so einrichten, als würde es keine Zukunft bei Jesus geben.

 Es wäre aber genauso einseitig, und nicht zwingend zielführend, das Reich Gottes nur in der Zukunft und Ewigkeit zu suchen.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine gesegnete Zeit, in der es uns aufs Neue gelingt die Balance in unserer Nachfolge zu finden.

Manuel

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